Naturpädagogik – Die Zukunft wächst mit den Kindern

Naturpädagogik will die Liebe zur Natur, die Achtung vor der Schöpfung, die Freude an der Welt und ihren Geheimnissen wecken. Über alle Sinne will sie den Zugang schaffen, Zusammenhänge in der Natur erfahr- und verstehbar zu machen.

Naturpädagogik bedeutet das direkte Erleben, Experimentieren und Beobachten in der freien Natur. Alle Sinne (hören, riechen, schmecken, tasten, sehen, Gleichgewicht und Bewegung) werden gefördert und die Phantasiefähigkeit der Kinder unterstützt. In der Natur werden wertvolle Entdeckungen und Erfahrungen gemacht, die für das gesamte Leben von großer Bedeutung sind.

Schon in vergangenen Jahrhunderten befassten sich Pädagogen mit dem Einfluss der Natur auf Kinder und die Bedeutung für die Kindesentwicklung wie beispielweise der Pädagoge und Philosoph Jean-Jacques Rousseau, der eine „natürliche“ Entwicklung des Kindes forderte. Auch Johann Heinrich Pestalozzi forderte eine naturgemäße Erziehungsweise. Grundlegend wurde „Die Natur“ schon früher als ‚etwas Gutes‘, welches zu bewahren gilt, angesehen.

Durch die Industrialisierung kam es zu einer Naturentfremdung. Diese Entfremdung hält bis heute an und geht mit dem Verlust von Erkundungs- und Spielmöglichkeiten in der Natur einher. So lässt beispielsweise die dichte Bebauung von Wohngebieten immer weniger natürlichen Spiel- und Erfahrungsraum zu. Oft fehlt ein öffentlicher Raum für ein spontanes und unbeaufsichtigtes Spiel. Felder, Wald und Wiesen sind vor allem in Großstädten teilweise schwer zugänglich für Kinder. Fernsehen und Computerspiele ersetzen oftmals die reale Welt, was dazu führt das sich Kinder weniger bewegen.

 

„Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war.“

 

Naturpädagogik hat das Ziel, einen verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzen, Umwelt und Tieren zu ermöglichen, und somit eine emotionale Beziehung zur Natur aufzubauen und zu lernen diese nachhaltig zu schützen. Die Kinder erlangen durch Experimente (unmittelbar und spielerisch) umfassende Kenntnisse der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und lernen die naturwissenschaftlichen Inhalte und deren Zusammenhänge kennen, z.B.: Eigenschaften der vier Grundelemente, wie die natürliche Nahrungskette und den Wasserkreislauf. Kinder erleben sich als einen Teil der Natur, sie lernen den Wald, die Wiesen und die Felder als einen schützenden Lebensraum kennen. Viele für die Kindesentwicklung wichtige Eigenschaften, wie z.B. der Gleichgewichtssinn, die Wahrnehmung, die Muskulatur, die Sozialkompetenz und die Kommunikationsfähigkeit werden durch das Spielen in der freien Natur gefördert.

Der Duft von Moos im Wald, das ferne Rufen des Kuckucks, wie wenig Kraft darf ich anwenden um eine Raupe aufzuheben, all dies sind wichtige Grunderfahrungen, die Kinder in ihrer Wahrnehmungsentwicklung unterstützen.

 

Geschrieben von Karolina Nowak, Praktikantin im Wintersemester 2017/18